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Veganuary Teil 5

Der Monat »Veganuary« geht zu Ende, mit 582 538 Anmeldungen. Zur Feier des Tages passt ein veganes Champagner-Schoko-Eis von @Wishcream. Hat jemand befürchtet, vegane Ernährung wäre frugal?

Die Veganuary-Teilnehmer*innen werden gebeten, den folgenden Satzanfang zu beenden: »Ich hätte nie gedacht, dass eine vegane Ernährung…« Viele Antworten drücken Freude aus, wie leicht man sich an die Veränderung gewöhnt und Staunen, dass sich die Mitmenschen so schwer an die Veränderung gewöhnen – auch wenn sie davon gar nicht betroffen sind.

Schließlich tun Veganer*innen keinem etwas zuleide. Sie lassen Tiere leben und Menschen auch, und doch müssen sie sich für das Schicksal einsamer Schweine auf einsamen Inseln rechtfertigen und für abgeholzte Wälder.

Der britische Tierrechtsaktivist Ed Winters hat die 30 häufigsten Argumente gesammelt, die Veganer*innen zu hören bekommen, von »Tiere zu essen ist Teil der Tradition und Kultur« über »Wir tun den Tieren einen Gefallen, weil wir ihnen das Leben schenken« bis »Der Sojaanbau zerstört unseren Planeten«. Vielleicht sollte man daraus ein Veganismus-Bingo basteln, und wer die meisten Argumente ankreuzen kann, hat gewonnen?

Aber warum werden Ziele überhaupt torpediert und nicht unterstützt? Der eigene Status Quo erscheint bedroht, wenn andere ihr Leben ändern. Rolf Dobelli beschreibt unter dem Titel »Warum uns der Status Quo heilig ist«, wie Menschen sich am Bestehenden festklammern, aus Bequemlichkeit oder um Verluste zu vermeiden: »Der Default-Effekt ist selbst dann am Werk, wenn gar keine Default-Variante vorgegeben wird. Dann machen wir einfach unsere Vergangenheit zum persönlichen Default und erklären den Status quo für heilig. Vor die Wahl gestellt, etwas Neues zu probieren oder doch lieber beim Alten zu bleiben, sind wir in der Regel erzkonservativ – selbst dann, wenn ein Wechsel von Vorteil wäre.«

Der Default-Effekt verhindert eigene Veränderungen und verleitet dazu, auch andere zu entmutigen, solange sie noch unsicher und angreifbar erscheinen. Es kann dauern, bis neue Gewohnheiten verwurzelt sind (der Begriff »eingefleischt« passt ja nicht so recht zu einem Beitrag über Veganismus). Wer es schließlich geschafft hat und vergnügt »Veganismus-Bingo für Fortgeschrittene« spielt, ist gefeit gegen die verblüffenden Reaktionen der Mitmenschen. »Veganismus ist zu extrem.« »Vegane Ernährung ist ungesund.« »Pflanzlicher Aufschnitt ist unnatürlich.« Bingo – gewonnen!

Während der ersten zaghaften Schritte ist dagegen jede Unterstützung so beflügelnd wie ein veganer Glückskeks. Ben Furman betont in seinem Buch »Es ist nie zu spät, erfolgreich zu sein. Ein lösungsfokussiertes Programm für Coaching von Organisationen, Teams und Einzelpersonen« die Bedeutung von Verbündeten. Ein zentraler Schritt des Programms lautet »Suchen Sie sich Helfer«. Die Helfer*innen können die unterschiedlichsten Aufgaben übernehmen:

»Diese Leute können z. B. dadurch zu Ihrem Erfolg beitragen, dass sie:

  • die Wichtigkeit Ihrer Ziele bestätigen,
  • hilfreiche Vorschläge oder Ideen unterbreiten,
  • Ihnen Mut zusprechen,
  • Sie in schwierigen Zeiten unterstützen,
  • Ihnen helfen, Ihren Fortschritt anzuerkennen, oder
  • sich über Ihre Erfolge freuen.«

Der letzte Schritt ist der beste: »Feiern Sie Ihren Erfolg und danken Sie Ihren Helfern«. Zum Beispiel mit veganem Champagner-Schoko-Eis.

Wir freuen uns auf Anregung und Empfehlungen von Lehrenden und Lernenden (wer ist das nicht?!) per Mail oder einfach hier im Kommentarfeld.

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