nah.bar

Vorurteile

Der dänische Journalist Ronni Abergel mag Bibliotheken: »Eine Bibliothek ist einer der letzten Räume, in dem jeder willkommen ist. Eine Bibliothek ist kostenlos, jeder kann kommen, egal wieviel Geld er hat, wie er aussieht, ob er obdachlos ist oder was er von Beruf macht.« Sein Anliegen ist es, Menschen aus ihren Schubladen zu befreien, und so lag die Idee einer Menschenbibliothek nahe.

Im Kopenhagener Stadtteil Nörrebro treffen Interessierte auf Menschen, die häufig mit Vorurteilen konfrontiert sind. Ronni Abergel glaubt, dass alle Menschen Vorurteile haben und dass diese sich am besten ändern lassen, wenn man sie äußern und Fragen stellen darf, ohne dafür verurteilt zu werden. Festangestellte und Freiwillige achten darauf, dass die Gespräche respektvoll bleiben.

Michaela Haas von der Süddeutschen Zeitung nennt das »die schönste und ungewöhnlichste Bibliothek der Welt«. Als Journalistin spricht sie schon immer mit den unterschiedlichsten Menschen. Doch anders als bei Interviews will sich in der menschlichen Bibliothek niemand einer Öffentlichkeit präsentieren; die Gespräche sind privat.

Ronni Abergels Motto lautet: »In jedem von uns versteckt sich ein großartiges Buch und die meisten von uns sind potenzielle Bestseller.« Trotzdem hofft er, dass die menschliche Bibliothek irgendwann nicht mehr nötig sein wird, weil es auch im Alltag zu diesen offenen Begegnungen kommt.

Wir freuen uns auf Anregung und Empfehlungen von Lehrenden und Lernenden (wer ist das nicht?!) per Mail oder einfach hier im Kommentarfeld.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.