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NaNoWriMo Tag 28

Der österreichische Neurologe Viktor Frankl begründete die sinnzentrierte Logotherapie. Häufig wird sie mit Logopädie verwechselt, da das griechische »Logos« sowohl »Wort« als auch »Sinn« bedeutet. 

Keine Verwechslungsgefahr besteht dagegen mit der Tiefenpsychologie, wenn Viktor Frankl für die Logotherapie den Begriff »Höhenpsychologie« verwendet. Ausgerechnet! Er selbst litt unter Höhenangst – und wurde zum Trotz Bergführer.

»Wer sagt denn, dass ich die Dinge nicht auch mit der Angst tun kann?«, war sein Credo. Das wirkt (selbst)mitleidlos, doch diese Überwindung war für ihn kein willkürlicher Selbstzweck:

Als Sinnsucher ging es Viktor Frankl um das Wozu, das über die eigene Angst hinausweist. Wer also an Schreibangst leidet, sollte… schreiben. Das klingt immerhin harmloser als »Bergsteigen gegen Höhenangst«.

Gerardo Ramirez und Sian Beilock von der University of Chicago ermutigten Student*innen, vor einem Mathetest ihre Ängste aufzuschreiben, also das Gegenteil von »positivem Denken«. Die Proband*innen reduzierten dadurch ihre Versagensangst und erzielten so bessere Leistungen. 

Offenbar konnten sie sich nach dieser Schreibübung leichter auf die Aufgaben konzentrieren. Dieser Effekt zeigte sich sogar bei Menschen mit ausgeprägter Mathematikangst, deren Nervosität sie sonst am Rechnen hinderte. Schon sieben Minuten Schreiben halfen ihnen, die folgenden Matheaufgaben erfolgreich zu bearbeiten. 

Vielleicht hilft das Schreiben ja auch gegen Höhenangst, wer weiß?

Fortsetzung folgt…

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