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NaNoWriMo Tag 11

Literarische Texte erlauben uns, die Figuren viel besser kennenzulernen als etwa ein Zeitungsartikel. Wir wissen von Geheimnissen, die sie nicht einmal ihren besten Freund*innen anvertrauen würden.

Dadurch können die Figuren realer erscheinen als die Realität. Wenn es einem Buch gelingt zu fesseln, verblasst die wirkliche Welt – es scheint über Zauberkräfte zu verfügen.

Aber wie gelingt das dem Buch? Die Hauptfigur wird gleich zu Beginn mit Schwierigkeiten konfrontiert, in die sich die Leser*innen einfühlen können. Wenn sie an der weiteren Entwicklung der Figur beteiligt werden, dann hoffen sie, dass sie die richtigen Entscheidungen fällt. Sie feuern sie so eifrig an, wie all die Hobby-Nationaltrainer*innen ihre Mannschaft bei der Fußball-WM.

Eine Krise allein reicht jedoch nicht aus: Sobald Anteilnahme geweckt ist, wartet schon die nächste Krise auf die gebeutelten Protagonist*innen.

Doch wenn die Hauptfigur nicht aufpasst, geht die Anteilnahme so schnell verloren, wie sie gewonnen wurde. Sie darf leiden, aber nicht in Selbstmitleid schwelgen, sich wehren, dabei aber nicht grausam werden, Fehler machen, aber nicht ausschließlich dumme Entscheidungen treffen.

Ein echter Schleudersitz also, auf dem die Hauptfigur sitzt, während sie eine Krise nach der anderen meistert.

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