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NaNoWriMo Tag 9

Egal ob Kurzstrecke oder Marathon: Irgendwann ist das Ziel erreicht. Bei einer Geschichte ist das der Höhepunkt. Die Spannung steigt, und schließlich wird der zentrale Konflikt gelöst. Aber wie? In »The Basic Patterns of Plot« von William Foster-Harris klingt das ganz einfach: »Die Antwort auf jedes erdenkliche Problem oder auf jede Frage, die man stellen könnte, liegt auf irgendeine phantastische Weise immer in der diametralen Umkehrung dieser Frage.« Diametrale Umkehrung? Der Mutlose findet Mut, der Arme wird reich, der Reiche wird arm, der Schreibfaule wird fleißig…

Das geht so: Die Erzählung beginnt kurz vor dem zentralen Konflikt. Unbeirrbar bemüht sich die Hauptfigur um eine Lösung, der Konflikt eskaliert zur Krise, die kurz vor Endes des Buches aufgelöst wird. Idealerweise war die Lösung nicht vorhersehbar und bringt neue Facetten der Figuren zum Vorschein. Der Höhepunkt muss nicht unbedingt ein glückliches Ende bedeuten. Ob vor dem Gerichtshof der poetischen Gerechtigkeit die Guten belohnt und die Bösen bestraft werden, hängt von der Prämisse ab, die das Schicksal der Protagonist*innen besiegelt. 

Auch die Randkonflikte sollten aufgelöst werden, doch möglicherweise interessieren sich die Leser*innen nicht sehr dafür. Sie sehen, dass kaum noch Seiten des Buches übrig sind und wollen vor allem wissen, wie sich die Lösung des Hauptkonflikts auf die Hauptfiguren auswirkt. Nebenkonflikte und Nebenfiguren lenken eher ab. 

»Der Höhepunkt ist das Ende, für das der Anfang gemacht wurde«, schreibt James N. Frey. »Ein guter Höhepunkt hinterlässt beim Leser das Gefühl, dass die Geschichte zu Ende ist.«

Das Ende.

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