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Rechtschreibung

»Was magst du besonders an deinem Lieblingsbuch?« Auf diese Frage sind unzählige Antworten denkbar, aber korrekte Rechtschreibung gehört kaum dazu.

Doch Rechtschreibung ist ein Thema, das Schüler*innen beschäftigt, und deshalb fragen sie ihren Lieblingsautor Andreas Steinhöfel danach: Macht auch er, der erfolgreiche Schriftsteller, manchmal Rechtschreibfehler?

Zwar sei er schon immer gut in Rechtschreibung gewesen, antwortet Andreas Steinhöfel während der digitalen Buchpremiere im Literaturhaus Berlin, doch ermutigt er alle, die Freude am Schreiben haben: »Kinder, schreibt weiter; um die Fehler kümmert sich nachher jemand im Verlag!« Zum Beispiel die Lektorin Franziska Leuchtenberger beim Carlsen-Verlag.

Rechtschreibung komme beim Geschichtenerzählen an zweiter Stelle, auch wenn Lehrer*innen das nicht unbedingt gerne hören.

Sein Protagonist Rico, der in den fünf Rico-und-Oskar-Bänden mit der Rechtschreibung ebenso hadert wie mit Grammatik, kann als Vorbild dienen: Vom Schreiben lässt er sich nicht abhalten, und Fehler machen ihm keine Angst.

Ermutigt wird Rico im ersten Band von seinem Lehrer: »Deine Rechtschreibung zieht einem zwar die Schuhe aus, Rico«, sagt der. »Aber wie du schreibst, das hat schon was. Du bist ein guter Erzähler.« Der Lehrer schlägt zu Beginn der Sommerferien ein Tagebuch vor, über seine Ferienerlebnisse, und weder er noch Rico ahnen, wie abenteuerlich die Seiten gefüllt werden würden.

»Und die Rechtschreibfehler?«, fragt Rico. »Um die mach dir erst mal keine Gedanken. Aber tu mir einen Gefallen und guck dir wenigstens ein paar von den übelsten Fehlern an. Vielleicht lernst du was draus.«

Der fünfte Band beginnt in den Herbstferien, zwischen Nebel und bunten Blättern, und schon der Titel »Rico, Oskar und das Mistverständnis« beweist Ricos kreativen Umgang mit Sprache. Er bekommt es mit einer Spielplatzgehörerin und einem Kinderkopfreingucker zu tun und zahlreichen Außerdems, Sonstnochs und Nichtsowichtigs. Zu Recht misstraut er der Korrekturfunktion des Computers, seit sie aus den falsch geschriebenen »Schwenen« die richtig geschriebenen »Schweine« machte, die angeblich auf dem glänzenden Wasser paddelten.

Das »Verbesserungsdings« hat keinen Sinn für dichterische Freiheit und kapituliert vor Ricos Wortschöpfungen. Der freundliche Kinderkopfreingucker im Ruhestand dagegen bescheinigt Rico, er sei »angstfrei, optimistisch und offen für die Welt«, und mit diesen Eigenschaften erobert er die Leserherzen. Um mögliche Rechtschreibfehler kümmert sich die Lektorin. »Hatten Sie schon einmal Kommentare von Lektoren, die sie richtig nervig fanden?«, lautet eine weitere Schülerfrage. Andreas Steinhöfel lobt die Empfehlungen seiner Textnochbessermacherin nicht nur, weil sie im Publikum sitzt.

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