unfälsch.bar

Vortäuschung

»Fake it till you make it« ist ein Spruch, der in die Zeit von Fake News, Fake Food und Fake Reviews passt. Doch woher stammt er?  »And I know I’m fakin‘ it I’m not really makin‘ it« sangen vor über fünfzig Jahren Paul Simon und Art Garfunkel. Schon vor hundert Jahren entwickelte der Pionier der Individualpsychologie Alfred Adler die »Als ob«-Technik.

Häufig zitiert wird ein Experiment des Sozialpsychologen Fritz Strack an der University of Illinois zum Zusammenhang von Mimik und Emotion. Danach soll sogar ein erzwungenes Lächeln die Stimmung verbessern. In den vergangenen Jahren überprüften 17 Forscherteams diese Beobachtung und kamen zu dem Schluss: Der Effekt des Gesichtsausdrucks auf den emotionalen Zustand kann in multilaborierter Studie nicht repliziert werden. Das klingt hochtrabend und bedeutet nur: Fake Science.

Das gilt für andere sozialpsychologische Studien ebenso: Nur für 23 Prozent der Experimente konnte der Originaleffekt bestätigt werden. Also Fake Science? Der Wissenschaftsjournalist Alexander Mäder überschrieb seinen Kommentar »Psychologen haben gerade wenig zu lachen.«

Die Folgen von erzwungenem Lächeln erforschte der  Emotionsforscher Dieter Zapf: Die unterdrückten Emotionen und der Stress können zu Krankheiten wie Depressionen führen. Im Englischen heißt gestelltes Lächeln »Pan Am Smile«, benannt nach dem einheitlichen Lächeln der Flugbegleiter*innen. Im Jahr 1991 meldete Pan Am Insolvenz an.