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Denkfehler

Wir halten uns gern für rational. Doch viele Entscheidungen entstehen nicht durch Nachdenken, sondern durch emotionale Abkürzungen. Das erklärt der Nobelpreisträger Daniel Kahneman ausführlich und ohne Abkürzungen in seinem dicken Buch »Schnelles Denken, langsames Denken«.

Das schnelle Denken ist spontan, emotional und energiesparend. Es erkennt Gesicht, ergänzt Sätze und trifft schnelle Urteile. Ohne dieses System wären wir im Alltag überfordert.

Problematisch ist, dass dieses schnelle Denken auch voreilige Schlüsse zieht, Muster erkennt, wo keine sind und sich von Emotionen und ersten Eindrücken täuschen lässt.

Das langsame Denken wird aktiv, wenn wir rechnen, analysieren und komplexe Entscheidungen treffen.

Es ist sorgfältiger, aber auch ein bisschen faul. Deshalb verlassen wir uns viel häufiger auf intuitive Urteile, als sie zu überprüfen.

Daraus entstehen typische Denkfehler wie der Bestätigungsfehler, die Verfügbarkeitsheuristik, der Halo-Effekt oder die Verlustaversion. Selbst Expert*innen sind anfällig und treffen systematisch verzerrte Entscheidungen.

Daniel Kahneman erzeugt Zweifel an der eigenen Objektivität. Es kann hilfreich sein, langsamer zu urteilen, erste Eindrücke zu hinterfragen und Unsicherheit zu akzeptieren. Sein Buch ist kein klassischer Ratgeber, sondern eine Anleitung zu geistiger Bescheidenheit.