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Gedächtnissteigerung

Motivation gilt als Allheilmittel für das Lernen. Dass es leichter ist, die Aufmerksamkeit auf Interessantes zu lenken, ist klar. Das limbische System ist wichtig für die Motivation und auch für die Gedächtnisleistung. Positive Rückmeldungen führen dazu, dass Dopamin ausgeschüttet wird, und erhöhen so die Motivation und die Lernfähigkeit. Bei großen Lernzielen liegt die Belohnung in weiter Ferne. Dann lohnt es sich, erreichbare Etappenziele zu setzen, um Durststrecken zu überstehen.

Emotionale Inhalte lassen sich besser merken als alles, was uns gleichgültig lässt. Erlebnisse werden nicht nur als Fakten abgespeichert, sondern zusammen mit den Gefühlen. Wenn der Lernstoff keine Gefühle auslöst, fällt das Lernen schwer. Deshalb hilft es, die Inhalte emotional zu verpacken, in Geschichten oder mit Bezügen zum eigenen Leben.

Angst und Stress dagegen führen dazu, dass sich das Gehirn auf das Lebensnotwendige konzentriert. Zwar merken wir uns die angstauslösende Situation, aber Lerninhalte können dann kaum abgerufen werden. Chronischer Stress schädigt nicht nur das Herz, sondern auch das Gehirn. Leichter akuter Stress kann zu einer Leistungssteigerung führen, die Atmung versorgt das Gehirn mit mehr Sauerstoff. Starker Stress verursacht Panik und Menschen mit Prüfungsangst erleben, dass die Lernleistung einbricht. Auch hier kann tiefes Atmen helfen.

Im Gegensatz zum Sauerstoff werden andere Hilfsmittel intensiv beworben. Der Gedächtnisweltmeister Boris Nikolai Konrad wird regelmäßig nach gedächtnisstärkenden Mitteln gefragt. »In Deutschland wirbt ein Anbieter mit folgendem Slogan: ›Legales Gehirndoping. Wirkung in 60 Minuten garantiert.‹, und hat einen Gedächtnissportler als Werbefigur engagiert. In der Folge entdeckten entsprechende Anbieter unsere Meisterschaften als Werbemöglichkeit, wobei die Ausrichter mancher Turniere wenig Skrupel haben, das Geld anzunehmen und Werbung zu machen.«

Noch sei sie nicht entdeckt, die Pille, die das Gedächtnis verbessert. »Auch auf psychologischer Ebene ›wirkt‹ der Placeboeffekt. Wer eine Lernaufgabe erledigen muss und zuvor ein Placebo erhält, von dem er erwartet, dass es seine Leistung verbessert, wird besser abschneiden. Aber das sollte kein Grund sein, eine Pille einzunehmen, die womöglich einen Placeboeffekt hat, zusätlich aber auch Nebenwirkungen und Suchtpotenzial«