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Kreativität
Kreativität ist ein schillernder Begriff. Der Organisationspsychologe Robert Sutton hält dagegen eine pragmatische Definition bereit. »Kreativität ist die Fähigkeit, alte Ideen in neuer Weise oder an neuen Orten zu nutzen beziehungsweise zu kombinieren.« Dafür sei es nötig, neue Denk- und Handlungsweisen von anderen Menschen zu übernehmen.
Dem Mathematiker Andrew Wiles gelang es, die Fermatsche Vermutung zu beweisen, eines der großen Probleme der Mathematik, das über 350 Jahre lang ungelöst blieb. Andrew Wiles führte die Arbeiten von über 20 Mathematikern zusammen. Viele wissenschaftliche Durchbrüche sind möglich, weil Wissenschaftler*innen Ideen von außerhalb ihres Forschungsgebiets aufgreifen.
Neue Ideen sind also keine seltenen, unerklärlichen Zufallsprodukte. »Neue Ideen entstehen, wenn Gruppen und Organisationen Mitglieder haben, die ein breites Spektrum von Denk- und Verhaltensweisen repräsentieren, vielfältige Meinungen artikulieren und mit mannigfaltigen Wissensnetzen außerhalb der Organisation in Kontakt stehen sowie ein breitgefächertes Fachwissen speichern und fortwährend anwenden.« Wie in der Evolution ist die Variation entscheidend, weil viele Ideen ausprobiert werden müssen, um die erfolgversprechenden auszusieben.
Der Nobelpreisträger Albert Szent-Györgyi schrieb: »Eine Entdeckung besteht darin, dasselbe zu betrachten wie alle anderen und sich dabei etwas anderes zu denken.«