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Intelligenztests

Die Youtuberin Alicia Joe recherchiert zum Thema Intelligenztests. Um sich nicht nur theoretisch damit auseinanderzusetzen, meldet sie sich für einen Test an und berichtet darüber auf ihrem Kanal. »Respekt. Ich hätte viel zu viel Angst einen IQ-Test zu machen, da ich der Meinung bin, dass es sich negativ auf mein Selbstwertgefühl auswirken würde«, lautet ein Kommentar.

Alicia Joe dagegen liebt Herausforderungen für ihr Gehirn und hatte Spaß am Test. Das Ergebnis erkläre für sie, warum sie in jeder Situation für alles und jeden mitdenkt und warum ihr Gehirn so viel Schleifen fährt.

Ihre Kollegin Mai Thi Nguyen-Kim beschäftigt sich mit dem Thema vor allem wissenschaftlich: »Die meisten Menschen haben noch nie einen professionell durchgeführten IQ-Test abgelegt – und einige hätten Angst davor. Was, wenn das Testergebnis schlecht ist? Doch auch ein zu gutes Ergebnis ist nichts, womit man hausieren gehen wollte.« Auch sie berichtet von einer persönlichen Erfahrung, jedoch einer eigenen, sondern von einem Kollegen. Ihm wurde Hochbegabung bescheinigt und empfohlen, das Ergebnis für sich zu behalten. »So etwas käme nicht gut an.

Mai Thi Nguyen-Kim fragt sich: »Wenn ein niedriger IQ am liebsten verdrängt wird, ein hoher IQ nicht gut ankommt, und ein durchschnittlicher IQ wohl nicht der Rede wert ist – warum sollte dann igendjemand überhaupt einen solchen Test machen?«

Statt einer pauschalen Antwort differenziert Mai Thi Nguyen-Kim: »Sollte man Angst haben vor einem IQ-Test? Na ja, wenn man generelle Prüfungsangst hat, dann wohl schon. Ansonsten fällt mir an dieser Stelle gar nicht mehr so viel ein. Denn selbst wenn man ein unterdurchschnittliches Ergebnis haben sollte, gibt es mindestens zwei gute Gründe, nach darüber zu verzweifeln.«

Intelligenz ist nicht unveränderlich und wird durch Bildung erhöht.

Außerdem ist sie nur eine Eigenschaft von vielen. Eigenschaften wie Kreativität und soziale Fähigkeiten seien weniger leicht zu messen, aber nicht weniger wichtig.

Regelmäßige IQ-Tests können den Verlauf der kognitiven Fitness verfolgen und führen zu verlässlicheren Ergebnissen. Auch als Werkzeug für Chancengleichheit eignen sich die Tests. Wenn Kinder wegen sozialer Benachteiligung und fehlender Sprachkenntnisse unterschätzt werden, ist ein Test objektiver als voreingenomme Lehrkräfte.