internalisier.bar

inneres Team

Jedes Teamtreffen entwickelt seine eigene Dynamik: Es gibt die Lauten und die Leisen, die Schnellen und die Langsamen. Die einen drängen sich nach vorne, die anderen bleiben lieber im Hintergrund. Reden sie miteinander oder aneinander vorbei? Sprechen alle durcheinander oder lassen sie einander ausreden? Geht es konstruktiv zu oder feindselig?

Dies alles passiert laut Friedemann Schulz von Thun auch in inneren Teams. Was ist damit gemeint? Es geht um das Gespräch eines Menschen mit sich selbst, bei dem sich verschiedene Stimmen zu Wort melden. Sie vertreten unterschiedliche Interessen. So wie zwischenmenschliche Kommunikation nicht automatisch gelingt, so kann auch im Inneren ein Gegeneinander entstehen, das den Menschen hemmt, Entscheidungen boykottiert und die Kommunikation mit anderen uneindeutig macht.

Dann erscheint es naheliegend, auf die Lieblingsstimmen zu hören und die unbeliebten Persönlichkeitsanteile in den Untergrund zu verbannen. Doch auch sie haben ihre Berechtigung und können wichtige Impulse beisteuern. Die innere Pluralität ist die Grundlage einer differenzierten Persönlichkeit.

Aber wer sind eigentlich diese inneren Wesen? Friedemann Schulz von Thun beantwortet diese Frage so: »Es handelt sich um eine Metapher, ein Vorstellungsbild, das wir uns machen können, um die wenig greifbaren seelischen Vorgänge in den Blick und ein wenig auch in den Griff zu bekommen. Eine Metapher ist immer so konstruiert, dass sie eine unbekannte Sache mit Begriffen einer bekannten Sache beschreibt. In unserem Fall ist die ›unbekannte Sache‹ das, was sich innendrin abspielt. Die bekannte Sache, die wir metaphorisch heranziehen, sind die Verhältnisse in Arbeitsgruppen und Teams.«

Uneinigkeit und Konflikte sind alltäglich und kein dramatischer Sonderfall. »Man ist mit sich selbst nicht immer ein Herz und eine Seele«, schreibt Friedemann Schulz von Thun. Wenn inneres Stimmengewirr oder Gefühlschaos herrscht, ist ein inneres Krisengespräch sinnvoll. Die Einzelstimmen werden angehört, und was zunächst widersprüchlich wirkt, erweist sich als wertvolle Ergänzung.